Rheinische Post / 1.5.2008

1800 Kinder machten SingPause
Viele Lehrerinnen kamen auch deshalb zum Abschlusskonzert der SingPause in der Tonhalle, weil sie gern ihre Schütz­linge für das musikalische Früherziehungsprojekt gewinnen möchten.         

1800 Kinderstimmen ertön­ten gestern in der Tonhalle – die Grundschüler hatten Pause. Um genau zu sein: SingPause. Das ist ein Projekt, das seit zwei Jahren an neun Düsseldorfer Schulen zum Tagesprogramm gehört: Zwei Mal pro Woche treffen sich die teilneh­menden Klassen zur 20-minütigen SingPause.

83 Klassen mit insgesamt 2300 Kindern sind inzwischen mit dabei. Zum Abschlusskonzert für dieses Jahr trafen sich aber „nur“ 1800 und gingen auf „Liederreise“. 13 Stücke – keine Unglückszahl – führten überall alle Kontinente, und die Kinder beschränkten sich nicht nur auf stimmliches Engagement: Beim „Cowboy Jim aus Texas“ wurde das Lasso geschwungen, bei „Düssel­dorf, du schöne Perle am Rhein“ kräftig geschunkelt. Stillsitzen ist nämlich auch in den SingPausen nicht gefragt. Acht ausgebildete Sänger fördern in den Pausen auch die rhythmische Bewegung und waren natürlich auch in der Tonhal­le dabei.

Die Idee zum Projekt, das vom Kul­turamt mit 90 000 Euro finanziert wird, stammt von Marieddy Rossetto und Manfred Hill. Sie ist Chorleiterin, er Vorsitzender des Städtischen Musikvereins, und beide wollten et­was für den Nachwuchs tun. „Sin­gen hat einen großen Sozialisie­rungseffekt. Wir sehen das als musikalische Basis-Erziehung“, sagt Hill. Wer vier Jahre SingPause ge­nossen habe, sei offen für alle musi­kalischen Richtungen.

Das kommt auch bei den Schulen gut an. „Ich finde das wunderbar. Der Fortschritt von der ersten bis zur vierten Klasse ist unglaublich“, sagt Silke Hönig, Lehrerin an der Ka­tholischen Grundschule Unter den Eichen. Im Publikum in der Tonhal­le saßen denn auch viele Lehrerin­nen, die überlegen, ob die SingPause auch etwas für ihre Schule et­was wäre. Marieddy Rossetto je­denfalls würde sich freuen, wenn ir­gendwann alle Grundschulen sin­gen. „Das fördert nicht nur begabte Sänger, sondern alle Kinder.“

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